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Geschichte
La Palma ist eine der sieben Kanarischen Inseln im Atlantik vor der Küste Afrikas. Sie wird
"isla bonita", die schöne Insel, genannt und ist tatsächlich die grünste und landschaftlich abwechslungsreichste Insel der Kanaren.
Die Kanarischen Inseln lagen für die Griechen im Altertum jenseits der bekannten Welt, die an der Meerenge von
Gibraltar endete. In der griechischen Mythologie wurden sie als Hesperiden
bezeichnet, von dort holte Herakles die Goldenen Äpfel für Athene.
Bei den Römern (durch Plinius Major) wurde die Inselgruppe die "Inseln der Glückseligen" genannt und galt als der westlichste Punkt und damit das Ende der Welt. Von Ptolemäus wurde um 150
n.Chr. der Null-Meridian durch den westlichsten Punkt der Kanaren, den Westzipfel der Insel El Hierro gelegt. Heute steht dort der Faro de
Orchilla. Erst 1884 holten die Engländer den Null-Meridian zu sich nach
Greenwich/London. Über 800 Jahre waren die Kanaren der Bezugspunkt der Welt.
Ursprünglich wurden die Kanarischen Inseln von den Guanchen besiedelt. Es wird vermutet, dass
sie Abkömmlinge der Berber aus Nordafrika sind und über den Seeweg von ca. 100 km von der afrikanischen Küste auf die Inseln gelangten. Die Guanchen lebten in einer steinzeitlichen Kultur. Benahoare ist der Name La Palmas in der Sprache der
Guanchen. Die Bewohner nannten sich Benahoaritas und hatten sehr weit entwickelte gesellschaftliche Strukturen. Eine der Kultstätten der Guanchen ist der
Roque Idafe, eine knapp hundert Meter hohe Felsnadel in der Caldera de Taburiente
(dem größten Erosionskrater der Welt), die sich aus vulkanischem Basalt emporhebt. Dieser Stein hat nach Überlieferung der Ureinwohner der Insel eine große Bedeutung gehabt. Ihm wurden Tieropfer dargebracht, um den Einsturz des Felsens und damit eine große Katastrophe zu verhindern, da er vermutlich als Stütze zwischen Himmel und Erde angesehen wurde.
Das Bild zeigt die Insel im Relief, der grüne Stern markiert die Lage der
alten Kultstätte Roque Idafe. Beim Anklicken öffnet sich ein neues Fenster mit
einem Foto des Idafe.
Im Zuge der spanischen Eroberungen im 15. Jahrhundert wurden auch die Kanaren Insel um Insel der Spanischen Krone einverleibt. Teilweise unterwarfen sich die Guanchen der neuen Macht, teilweise leisteten sie erbitterten Widerstand gegen die Eindringlinge.
Im September 1492 – Kolumbus entdeckte in diesem Jahr Amerika – landete der auf Gran Canaria beheimatete General Alonso Fernández de Lugo mit einer Streitmacht von 900 Mann auf La Palma in der Nähe des Strandes von
Tazacorte. Er war von dem spanischen Königspaar Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón zu diesem Feldzug ermächtigt. Er hatte die früher von La Palma verschleppte Gasmirla dabei und machte falsche Versprechungen. Die Bezirke Aridane,
Tihuya, Tamanca und Ahenguarem unterwarfen sich. Die Herrscher von Tigalate allerdings leisteten starken Widerstand. Schließlich traten alle Fürsten der Benahoaritas zum Christentum über, bis auf den Bezirk der Caldera de
Taburiente, der damals Aceró (starker Ort) hieß. Diese Gegend unterstand dem berühmten Tanausú, der sich widersetzte und nur durch einen Hinterhalt gefangen genommen werden konnte. De Lugo schickte der kastilischen Krone mehrere Gefangene zum Beweis seiner Eroberung, darunter auch Tanausú, der angesichts dieser Schande in den Hungerstreik trat und noch auf der Überfahrt starb.
Der vollständige heutige Name der Insel lautet: San Miguel de La Palma und deutet damit auf den Erzengel Michael hin, der als Schutzheiliger der Insel angesehen wird. Ihm zu Ehren wird jedes Jahr zu Michaeli in Tazacorte ein großes Fest (hauptsächlich weltlichen Charakters) abgehalten.
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