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Die Palmeros haben bis vor wenigen Jahren keine Beziehung zu ihren kulturellen Wurzeln, zu den Guanchen, aufbauen können. Inzwischen hat sich das Bewusstseins verändert und man akzeptiert, pflegt und bewahrt das Kultur-Erbe dort, wo sich noch Reste zeigen.

Heutzutage leben ca. 85.000 Menschen auf La Palma.  Die gesamte Insel wurde 2002 zum Biosphären-Reservat der UNESCO erklärt. Auf dem Roque de los Muchachos, mit 2426 m der zweithöchste Berg Spaniens, haben sich auf Grund der reinen Luft ein Dutzend internationale Observatorien zur Himmelsbeobachtung niedergelassen. Auf dem Roque steht auch das größte Spiegel-Teleskop der Welt (GRANTECAN).

Das milde Klima während des ganzen Jahres hat (besonders nach dem Ereignis von Tschernobyl) viele Mitteleuropäer bewogen, in der sauberen Luft unter wohltuenden Bedingungen sich hier niederzulassen. Man schätzt ca. 5% residente Ausländer (davon der überwiegende Teil deutschsprachig). Ein weiterer nennenswerter Anteil der Bevölkerung stammt aus Südamerika, besonders aus Venezuela. Dorthin sind viele Palmeros während des Ölbooms ausgewandert und später teilweise zurückgekehrt. Die Bevölkerung gehört fast ausschließlich der römisch-katholischen Kirche an.

Die wirtschaftlichen Zentren sind die Inselhauptstadt Santa Cruz an der Ostküste (ca. 20.000 Einwohner) und Los Llanos im Valle Aridane auf der Westseite der Insel (ca. 22.000 Einwohner). Das Einkommen der Insel wird durch den Export von Bananen und durch ländlichen Tourismus generiert.

Der Anbau der Bananen geschieht vornehmlich als Monokultur und muss in invernaderos (durch Plastikfolien geschützte Plantagen) erfolgen, um die eigentlich hier nicht heimische Banane wirtschaftlich erfolgreich vermarkten zu können.

Die Insellage bedingt den Import nahezu aller Produkte (75% der Lebensmittel) ebenso wie den Import von Erdöl zur Stromerzeugung. Der Strom für die Insel wird in einem kleinen veralteten Kraftwerk mit Dieselmotoren nahe Santa Cruz generiert. Somit ist La Palma momentan bei der Energieerzeugung absolut von der Verfügbarkeit des Erdöls (und dessen Preis) auf dem Weltmarkt abhängig.

Der Tourismus beschränkt sich auf einige wenige Hotels im Osten und Süden der Insel, ansonsten wohnt man in apartamentos oder Ferienhäusern. Bettenburgen und Massentourismus sind hier nicht zu finden, zumal sich die Insel als Kleinod der Natur und als  Wanderparadies präsentiert - mit wenig Stränden und kaum einer der Attraktionen, die den Massentourismus fördern.